Sunday, 19 September 2010

Ein ''Sieg''? Für wen?

von Gary L. Francione  Blog

Liebe KollegInnen,

Gestern wurde berichtet, dass der amerikanische Eiskunstläufer Johnny Weir entschieden hat, der linken Schulter seines Kostüms keinen Weißfuchs hinzuzufügen, nachdem er ''Hass-Mails und Morddrohungen''' von Tierrechtsaktivisten erhalten hatte.

Einige Anwälte der Tiere nennen Weirs Entscheidung einen ''Sieg''.

Ich finde das verwirrend.

Erstens suggeriert dieses Ereignis, wie alle von Neuen Tierschützern betriebenen Einzelthema-Kampagnen (single- issue campaigns), dass es irgendwie einen moralisch relevanten Unterschied zwischen Pelz und anderen Tierprodukten gibt. Wie Weir selbst hervorhob:
Jeder Eiskunstläufer trägt Schlittschuhe, die aus Kuh gemacht sind'', sagte Weir.
''Vielleicht trage ich einen süßen kleinen Fuchs, während alle anderen Kuh tragen, aber wir alle ziehen immer noch Tierhaut an.''
Weirs Beobachtung ist natürlich richtig. Und ich vermute, dass auch eine Menge Wolle getragen wird. Das ist der Grund, warum Einzelthema-Kampagnen wie diese den Effekt haben, die Öffentlichkeit zu verwirren und nicht, sie aufzuklären.

In jedem Fall ist Weirs Ankündigung, keine Pelzbordüre zu tragen, wie die eines Gastes in einem Steakhouse, nicht die zum Dessert servierte Eierkrem zu essen. Na und?

Zweitens, und wichtiger: Weirs Entscheidung hat nichts mit einer Ablehnung von Pelz aus moralischen Gründen zu tun.

Weir behauptet, ''Hass-Mails und Morddrohungen'' von Tierrechtsaktivisten erhalten zu haben.
'Ich hoffe, diese Aktivisten können verstehen, dass meine Entscheidung, mein Kostüm zu ändern, in keiner Weise ein von ihnen errungener Sieg, sondern ein Remis ist'', sagte Weir in seiner Erklärung. ''Ich nehme die Änderung nicht vor, um sie zu besänftigen, sondern um meine Unversehrtheit zu schützen und die Unversehrtheit der Olympischen Spiele, ebenso wie meine Konkurrenten.''

''Es sind nur noch Wochen bis zu meiner Startposition auf dem Eis in Vancouver, da muss ich mich auf Technik und Training konzentrieren, und das ist wichtiger als jedes Kostüm und jede Drohung, die ich vielleicht bekomme.''
Dies ist kein irgendwie gearteter Sieg für Tiere. Tatsächlich ist es eine Niederlage. Wir werden niemals Erfolg haben, wenn irgendein ''Sieg'' auf Gewalt oder der Androhung von Gewalt beruht. Gewalt ist an sich falsch und strategisch töricht, insofern sie die Charakterisierung von ''Tierschutzleuten'' als Verrückte, die Menschen in die Unterwerfung hineindrohen, bekräftigt. Dies befeuert verständlicherweise Ressentiments und entmutigt ernsthafte Diskussion über Tierausbeutung.

Vielleicht war Weir besorgt, er könnte während seines Eislaufs mit einer Pastete beworfen werden. Seine Besorgnis wäre nicht unbegründet. Mit einer Pastete bewarf PETA die kanadische Ministerin für Fischerei und Ozeane, Gail Shea. In jedem Fall traf Weir eine simple, kalkuliert-praktische Entscheidung, keine ethische, und er ließ es die Welt wissen.

Wenn das Paradigma sich jemals verändern soll, müssen wir eine Revolution des Herzens herbeiführen. Meiner Ansicht nach sollte der zentrale Schwerpunkt dabei auf kreative, gewaltlose Aufklärung über Veganismus gelegt werden. Einzelthema-Kampagnen verstärken nur die öffentliche Wahrnehmung, dass die Tierrechtsposition unstimmig ist: Was ist der Unterschied zwischen einem Pelzkragen und Lederschuhen oder Wollkleidung? Und mit Gewalt oder Gewaltdrohungen werden wir niemals irgendwohin gelangen. Gewalt ist das Problem, sie ist kein Teil der Lösung.

DIE WELT IST VEGAN ! Wenn Du es willst.


Gary L. Francione
©2010 Gary L. Francione

(...)

Noch eine nicht stattgefundene ''Revolution'' des Tierschutzes

von Gary L. Francione Blog

Liebe KollegInnen,

Wie Sie wissen, glaube ich nicht, dass Tierschutzreformen, selbst wenn sie durchgesetzt werden, Tieren einen bedeutenden Nutzen bieten. Aber oft werden sie nicht einmal durchgesetzt. Das heißt, es gibt Kampagnen und Anstrengungen zur Geldbeschaffung und ''Siegeserklärungen'' (begleitetet von Partys, gekrönt durch Prominente), aber die vermeintlichen Reformen kommen oft nicht einmal zustande.

Ein gutes Beispiel für dieses Phänomen ist in einer Ankündigung vom 24. Juni 2009 zu finden, dass Smithfield Foods sein über einen Zeitraum von 10 Jahren verlaufendes Einstellen des Gebrauchs von Kastenständen für schwangere Sauen aus finanziellen Gründen verschieben wird. Obwohl Landwirtschaftsökonomen demonstriert haben, dass Alternativen zum Kastenstand die Produktionseffizienz langfristig erhöhen, veranlassen die kurzfristigen Investitionskosten Smithfiled Foods offensichtlich dazu, ihren Plan einer stufenweisen Umstellung auf andere Systeme hinauszuzögern.

Im Jahr 2007, als Smithfield seinen 10-Jahres-Plan verkündete, schrieb ich einen Essay, in dem ich feststellte:
Am 25. Januar 2007 machte Smithfield Foods , ein großer Produzent von Tierfleisch, bekannt , dass er über die nächsten zehn Jahre die Haltung von schwangeren Sauen in Kastenständen zugunsten von Gruppen-Verschlägen, die mehr Platz bieten, stufenweise einstellen wird. Diese Bekanntmachung folgte einer Kampagne von HSUS, Farm Sanctuary und anderen Tierchutzgruppen gegen den Katenstand. Diese Kampagne kostete weit über $1,6 Mio. Wie ich in einem früheren Essay: Ein ''Triumph'' des Tierschutzes? erörtert habe, argumentieren Anwälte der Tiere, dass Studien zeigten, dass Produzenten von Schweinefleisch höhere Profite durch den Wechsel zu einem alternativen Haltungssystem erzielen würden.

Als Antwort auf die Ankündigung von Smithfield verkündete der Präsident und CEO [chief executive officer: Hauptgeschäftsführer] von HSUS, Wayne Pacelle, dass “(eine) Revolution in der Schweineindustrie im Gange ist.“ Pacelle stellte fest: “Ich kann mir nichts Bedeutenderes hinsichtlich der humanen Behandlung von Tieren denken, das sich im landwirtschaftlichen Sektor ereignet hätte.“ Andere Unterstützer von Tierschutzregulierungen folgten mit gleichermaßen hyperbolischen [ins Komische übertreibenden] Würdigungen. Zum Beispiel bezeichnete Erik Marcus recht bemerkenswerterweise die Bewegung bei Smithfield als “spektakuläre Neuigkeit“ .
Und was ist nun die Antwort der Tierschutzanwälte auf Smithfields Ankündigung? Bruce Friedrich von PETA, der Smithfields Entscheidung im Jahr 2007 als''einen fantastischen Schritt für Nutztiere'' bezeichnet hatte, sagte, es sei
''nicht überraschend, dass sie, wenn die Zeiten härter werden, einen Plan über Bord werfen, der von vornherein kaum ein Plan war.''

Friedrich bemerkte, dass PETA Smithfield seinerzeit ersucht hatte, seinen Auslaufplan auf seine Lieferanten auszudehnen und mehr Einzelheiten bezüglich des Übergangs zu geben. Das Unternehmen, sagte er, habe keinem dieser Wünsche entsprochen.
Also war der ''fantastische Schritt' mitnichten ein solcher: Smithfield lieferte nicht einmal genauere Angaben über das Auslaufen des Kastenstandes. Und als es hart auf hart kam und kurzfristige wirtschaftliche Bedenken auftraten, lief der Auslaufplan aus.

So viel zu einem weiteren ''Sieg'' des Tierschutzes.

Ich wiederhole, ich bin sicher, dass meine Freunde bei HSUS, PETA u. a. überzeugt sind, mit dem Vorantreiben dieser Tierschutzkampagnen das Richtige zu tun. Meine Frage an sie ist, wie viel empirische Evidenz sie benötigen, bis sie einsehen, dass sie im Irrtum sind?

Die Sache des moralischen Prinzips beiseite lassend, Fazit ist, dass die Tierschutz-Strategie schlicht nicht funktioniert. Tiere sind bewegliches Eigentum. Als solches haben sie keinen Eigenwert. Bevor sich jemals irgendetwas ändert, muss es einen Paradigmenwechsel geben.

Und nichts wird sich ändern, solange Anwälte der Tiere der Meinung sind, dass der Weg zum Erfolg über verstörende Partnerschaften zwischen Tierschützern und Tierindustrie führt. Jene schaffen es, einen ''Sieg'' zu erklären, der nicht eintritt (und nicht eintreten kann), diese, sich als auf der Seite der Tiere stehend darzustellen. Aber die Tiere sind die Verlierer.

Die Ressourcen jener, die wirklich das Ende der Tierausbeutung sehen wollen, sind besser in klarer, unmissverständlicher, kreativer, gewaltloser Aufklärung über Veganismus investiert.

Gary L. Francione
© 2009 Gary L. Francione

Welche Schlacht gewinnen wiir?

von Gary L. Francione Blog

In einem kürzlichen Blogessay (und in meinem Werk über die vergangenen 15 Jahre) habe ich argumentiert, dass Tierschutz nicht nur darin versagt, den Interessen von Tieren bedeutsamen Schutz zu bieten, sondern dass er [überdies] kontraproduktiv ist, weil er die Menschen sich wohler bei der Ausbeutung von Tieren fühlen lässt. Dies hält die Ausbeutung aufrecht und kann unterm Strich sogar zu einer Vergrößerung von Tierleid durch erhöhten Konsum führen.

Hier ist ein schlagendes Beispiel aus jüngster Zeit für das, wovon ich rede:

Farmed Animal Net, gesponsert von People for the Ethical Treatment of Animals [PETA], The Humane Society of the United States [HSUS], Farm Sanctuary und anderen, berichtet in seiner Ausgabe vom 16 März:

[Das Unternehmen] Strauss Veal & Lamb, welches angibt, zwischen 18% und 25% der in den USA für Kalbfleisch genutzten Kälber zu verarbeiten, hat sich das Ziel gesetzt, in den nächsten zwei bis drei Jahren komplett von der Kälberbox auf Gruppen-Staallhaltung umzusteigen.

Randy Strauss, der CEO [chief executive officer: Hauptgeschäftsführer] des Unternehmens, schrieb, dass Kastenstände für Kälber ''inhuman und archaisch'' seien und ''nicht mehr tun, als ein Kalb Stress, Angst, körperlichem Schmerz und Schaden auszusetzen.'' Mit der Feststellung: ''Tierrechte sind wichtig'' führte Strauss aus: ''Wir wollen dasjenige Unternehmen sein, das die Kalbfleischindustrie revolutioniert. Es gibt eine wachsende Zahl von Menschen, die, wenn sie sich bei dem, was sie essen, gut fühlen, Kalb essen . Wenn wir den Markt erobern können, werden wir den Konsum von 0,6 Pfund pro Kopf erhöhen, was zu einer gesünderen Kalbfleischindustrie führen wird. '' Strauss stellt fest, dass der Kalbfleischkonsum in Europa, wo die Kälber-Einzelboxen jetzt illegal sind, während eines 5- bis 10jährigen Umstellungsprozesses angestiegen ist. Das Unternehmen hat ebenfalls Interesse an Freiland- und Bioproduktion bekundet.

* Strauss gibt ausdrücklich zu, dass es sein Ziel ist, die Menschen sich beim Essen von Kalbfleisch ''gut fühlen'' zu lassen.
* Strauss erkennt ausdrücklich an, dass Tierschutzreformen zu einem erhöhten Konsum von Kalbfleisch führen werden.
* Strauss berichtet, dass es in Europa zu erhöhtem Kalbfleischkonsum als Antwort auf Tierschutzreformen gekommen ist.

Sie können den Artikel über Strauss, ''Die Kalbfleischindustrie revolutionieren'', die Titelgeschichte in der Dezemberausgabe von Meat Processing lesen.

Tierschutzreformen führen nicht, wie einige behaupten, zur Abschaffung der Tierausbeutung; sie führen zu mehr Tierkonsum. Tierschutzreformen führen nicht dazu, den Eigentumsstatus von Tieren zu beseitigen; sie bekräftigen ihn lediglich. (...) Und die Tierschützer spenden dem Beifall. Paul Shapiro, Direktor der HSUS [Humane Society of the United States]-Kampagne zur Massentierhaltung, nennt die Entscheidung von Strauss ''historisch''.

Strauss und Marcho Farms, einen anderen Produzenten, der sich verpflichtet hat, Kälberboxen in den nächsten Jahren auslaufen zu lassen, lobpreisend, zitiert HSUS darüber hinaus die Statements eines Nutztier-Wissenschaftlers:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass Kälber einen sehr starken Bewegungsdrang haben, der durch andauernde enge Einsperrung blockiert ist. Unsere Studien haben auch ergeben, dass das Beibehalten der engen Einsperrung von Kälbern nachteilige physiologische Auswirkungen hat, die den Stoffwechsel verändern und die Fähigkeit des Immunsystems, auf Krankheiten zu reagieren, reduzieren. All dies sind körperliche Veränderungen, die chronischen Stress anzeigen.

Die in Boxen gehaltenen Kälber benötigen etwa fünf mal mehr medizinische Behandlung als die in weniger beschränkter Umgebung gehaltenen.

Mit anderen Worten, die Kälberbox abzuschaffen resultiert in weiteren Vorteilen für den Produzenten, welche die Kalbfleischproduktion für die Ausbeuter noch effizienter und profitabler machen

Entgegen dem, was manche Tierschützer behaupten, sind Abolitionisten nicht gegen Maßnahmen, die das Leiden von Tieren vermindern. (...) Abolitionisten sind dagegen, Ressourcen in Kampagnen zu investieren, die dazu bestimmt sind, die Öffentlichkeit sich bei der Ausbeutung von Tieren ''gut fühlen'' zu lassen, weil dies der sozialen Erkenntnis, dass die Nutzung von Tieren an sich unmoralisch ist, entgegensteht, die fortgesetzte Tierausbeutung fördert und zu einem steigenden Konsum [von Tierprodukten] führt. (...)
Im Fall Strauss werden die Tiere weiterhin gequält werden; vielleicht ein bisschen weniger. Das bleibt abzuwarten. Aber die Produzenten werden einen wirtschaftlichen Nutzen haben, insofern sie sich nicht mehr die durch die gegenwärtige Situation verursachten Kosten aufladen müssen, der Konsum steigt, weil die Konsumenten sich beim Essen von Kalbfleisch wieder ''gut fühlen'', und die Produzenten einen Spitzenpreis verlangen können, damit die Konsumenten sich als ''Allesesser mit gutem Gewissen'' fühlen können.

Und gerade heute hat HSUS Neuigkeiten angekündigt, die ''mit Sicherheit Schockwellen durch die Tier-Agrarindustrie senden werden.'' HSUS und PETA haben mit Burger King verhandelt mit dem Ergebnis, dass das Unternehmen zugestimmt hat, bis zum Ende des Jahres 5% ''käfig-freie'' Eier [Eier aus Bodenhaltung] zu verwenden, und 20% seiner Schweineleichen kommen von Tieren, die in Intensiv-Haltungssystemen alternativ zu dem des Kastenstandes für schwangere Sauen eingesperrt werden. Und Burger King hat eine geschäftspolitische Richtlinie angekündigt,''Produzenten zu bevorzugen'', die ''käfig-freie'' Eier verkaufen, die ihre Schweine in anderen Intensivhaltungen als als dem Kastenstand einsperren und die ihre Hühner vergasen [anstelle sie nach elektrischer Betäubung zu schlachten].

Die Bekanntmachung von HSUS stellt fest:

''Mit dieser neuen Änderung seiner Geschäftspolitik signalisiert Burger King dem Agrobusiness, dass es die inhumansten Praktiken der Massentierhaltung nicht mehr lange geben wird'', sagte Wayne Pacelle, Präsident und CEO der Humane Society of the United States. ''Infolge dieser Entscheidung wird einer großen Zahl von Nutztieren überall im Land viel unnötiges Leiden erspart bleiben.''
Anstatt seine $100+ Millionen Barreserven dazu zu verwenden, eine machtvolle Veganismuskampagne in Gang zu setzen, tut sich HSUS mit Burger King zusammen, um die Botschaft an die Öffentlichkeit zu senden, dass man ''pflichtbewusster Allesesser'' sein und ''mit gutem Gewissen konsumieren'' kann, wenn man bei Burger King isst. HSUS und PETA lassen die Öffentlichkeit sich beim Essen von Tieren ''gut fühlen''. Was für ein Deal für Burger King, die jetzt auf das Lob von PETA, HSUS und der Stammbesetzung der Tierschützer-''Ich-auchs'' verweisen können.

Interessanterweise beendete PETA am 28. Juni 2001 seine ''Murder King''-Kampagne, als Burger King zugestimmt hatte, verschiedene bedeutungslose Tierschutzreformen einzurichten, einschließlich der, ''anzufangen, Schweinefleisch von Höfen einzukaufen, die ihre Schweine nicht in Boxen einsperren.'' Und jetzt, fast 6 Jahre später, wird uns von PETA erklärt, dass ''Burger King .. einen bahnbrechenden neuen Plan angekündigt (hat), der es hinsichtlich Tierschutz an die Spitze der Fast-Food-Industrie stellt'', weil das Unternehmen im Jahr 2007 zu tun beginnt, was es im Jahr 2001 zu tun versprochen hatte.

Das einzige, was an all dem ''historisch'' ist, ist der Umstand, dass die Tierschutzbewegung neue Höhen beim Eingehen von Partnerschaften mit institutionellen Ausbeutern erreicht und darin, diesen aktiv dabei zu helfen, Tierleichen zu verhökern.

Gary L. Francione
© 2007 Gary L. Francione


Eine ''monumentale'' Entscheidung?

von Gary L. Francione  Blog

Anwälte der Tiere sind ganz aus dem Häuschen über eine kürzliche Entscheidung des Obersten Bundesgerichts New Jersey (New Jersey Supreme Court). Laut der Presseerklärung der Humane Society of the United States und Farm Sanctuary, zwei der Petenten in dieser Sache:
Das Oberste Bundesgericht New Jersey hat heute die Verfügungen des Landwirtschaftsministeriums (Department of Agriculure) New Jersey, die alle Routinepraktiken der Tierhaltung als ''human'' ausnehmen, niedergeschlagen und die Behörde angeordnet, sich mit vielen der staatlich verfügten Normen der Behandlung von Tieren erneut zu befassen.

In diesem monumentalen Fall hat das Gericht befunden, dass Praktiken der Massentierhaltung nicht einfach deshalb als human angesehen werden können, weil sie weit verbreitet sind, und schafft damit einen rechtlichen Präzedenzfall für weitere Schritte, um die krassesten Missbräuche in Massentierhaltungsbetrieben überall in den USA zu beenden. Das Gericht verwirft außerdem die Praktik des Schwanzkürzens bei Rindern und die Art und Weise, in der das NJDA dafür gesorgt hat, dass Nutztiere ohne Betäubung verstümmelt werden.

''Dies ist ein Kardinalsieg für Nutztiere in New Jersey und wird den Weg bahnen für verbesserten Schutz von Nutztieren landesweit'', sagt Gene Baur, Präsident und Mitgründer von Farm Sanctuary. Das Setzen eines Präzedenzfalls in einem einstimmigen Votum, welches klarstellt, dass allgemein gebräuchliche Praktiken nicht einfach deshalb als human betrachtet werden können, weil sie weit verbreitet sind, wird unsere Stoßkraft bei der Anfechtung des grausamen Status quo in den Tierfabriken verstärken.''

Zusätzlich zur Niederschlagung der behördlichen, weit reichenden Ausnahme von Routinepraktiken der Tierhaltung vertritt das Gericht ferner die Ansicht, dass Schwanzkürzen nicht als human angesehen werden könne, und die Art und Weise, in der Verstümmlungen ohne Betäubung, einschließlich Kastrieren, Schnabelkürzen und Zehenkürzen, vorgenommen würden, könne ohne einige spezifische Anforderungen, um Schmerzen und Leiden vorzubeugen, nicht als human angesehen werden Das Gericht stellte klar, dass die Entscheidung, solche Praktiken zuzulassen, wenn sie von einer ''sachkundigen Person'' und so ausgeführt würden, dass ''Schmerz minimiert'' würde, nicht ''durchgehen'' könne.

''Diese Entscheidung wird Tausende von Tieren in New Jersey schützen und stellt zudem einige der schlimmsten im ganzen Land praktizierten Missbräuche in der Massentierhaltung in Frage'', sagt Jonathan Lovvorn, Vizepräsident der Abteilung Tierschutz-Streitsachen der Humane Society of the United States. ''Alle Tiere verdienen humane Behandlung, einschließlich der für Nahrungszwecke gezüchteten Tiere.''
Leider ist diese freudige Erregung nicht berechtigt. Wenn man das tatsächliche Stellungnahme liest, bekommt man ein erheblich anderes Bild.

HSUS, Farm Sanctuary und die anderen Petenten haben mehrere Argumente:

Erstens argumentieren sie, dass die Regelungen, die vom Landwirtschaftsministerium New Jersey übernommen wurden, im Ganzen außer Kraft gesetzt werden sollten, weil sie nicht der Bedeutung der ''Humanstandards'' für Nutztiere genügten, wie sie vom Gesetz in New Jersey beabsichtigt gewesen seien, das die Regelungen überhaupt erforderlich gemacht habe, und weil letztere nicht einmal mit der Bedeutung von ''human'' übereinstimmten, welche die Behörde selbst übernommen habe.

Das Oberste Bundesgericht New Jersey wies das Argument zurück und lehnte es ab, die Regelungen im Ganzen außer Kraft zu setzen.

Zweitens fochten die Petenten die Einbeziehung der Regelungen in die ''Sicherer Hafen''-Sprache an, die solche ''landwirtschaftlichen Routinepraktiken'' als ''human'' behandle.

Das Gericht stimmte diesem Punkt zu, doch seine Entscheidung war sehr begrenzt. Es vertrat die Auffassung, die Regelungen definierten ''landwirtschaftliche Routinepraktiken'' zum Teil als ''solche Techniken, die üblicherweise an Veterinärschulen, Land Grant Colleges [Colleges, die vom Staat Land für Forschungszwecke erhalten] und von Landwirtschaftsberatern (agricultural extension agents) zum Nutzen von Tieren, der Nutztierindustrie, von Tierbetreuern und der öffentlichen Gesundheit gelehrt würden.''

Aber die Behörde erbrachte einen Nachweis weder darüber, dass sie wirklich bedacht hatte, was jene Institutionen lehren, noch ob jene Techniken, die gelehrt werden, in irgendeiner Weise auf Sorge um den Tierschutz gründen.

Das Gericht machte klar, wie wenig die Behörde zu tun hatte, um das Problem zu vermeiden:
Beispielsweise hätte das Ministerium den Lehrplan und die Fakultät an einer Reihe von Land Grant Colleges, Universitäten und Veterinärschulen prüfen und einige ermitteln können, wo Tierschutzbedenken zum Lehren solcher Praktiken führen, die der Definition des Ministeriums von human entsprechen. Hätte es dies getan und hätte es dann jene Institutionen als seinen ''Sicherer Hafen''-Maßstab genutzt, gäbe es keine Basis für eine Anfechtung. In der Tat, hätte das Ministerium Praktiken geprüft und sich darauf verlassen, die an der Rutgers Schule für ökologische und biologische Studien (School of Environmental and Biological Sciences), vormals als Cook College bekannt, gelehrt werden und vielleicht an einer Veterinärschule in New York oder Pennsylvania, es gäbe wahrscheinlich keine Berechtigung für unsere Einmischung. Stattdessen akzeptierte es, ohne gründliche Untersuchung, die Praktiken, die an jeder Veterinärschule, an jedem Land Grant College und von jedem Landwirtschaftsberater gelehrt werden, nicht nur in diesem Staat, sondern auch im Rest des Landes und, wie es scheint, wo immer sie auf der Welt zu finden sind. Obwohl einige jener Institutionen Praktiken lehren oder erfordern mögen, die weitaus humaner als unsere eigenen sind, legt nichts in den Akten nahe, dass sie alle den von unserer Gesetzgebung gesetzten Standards entsprechen.
Das heißt, das Gericht hat klargestellt, dass wenn die Behörde diesen minimalen Erfordernissen nachkommt, die Rücksicht gegenüber Verwaltungsbehörden, die normalerweise von Gerichten geübt wird, die Entscheidung der Behörde von Überprüfung tatsächlich abschirmen wird.

Drittens fochten die Petenten einzelne, nach den Regelungen erlaubte Praktiken an. Das Gericht vertrat die Meinung, dass nichts dafür spreche, die Entscheidung der Behörde, dass das Schwanzkürzen bei Rindern als nicht inhuman akzeptabel sei, zu unterstützen angesichts des Umstandes, dass sowohl die American Veterinary Medical Association [Amerikanische Veterinärmedizinische Vereinigung], die Canadian Veterinary Medical Association [Kanadische Veterinärmedizinische Vereinigung] als auch die American Association of Bovine Practitioners [Amerikanische Vereinigung der Rinder-Fachleute], welche das Gericht als ''die Industrie-Handelsgruppe'' bezeichnete, allesamt dieser Praktik kritisch gegenüberständen. Aber das Gericht machte deutlich, dass wenn die Behörde ihre Entscheidung, Schwanzkürzen zu erlauben, verteidigen könne mit dem Beleg, dass es tatsächlich einigen Nutzen bringt und in einer geregelten Weise ausgeführt werden kann, um sicherzustellen, dass es ''human'' ist (eine Norm, die sehr wenig erfordert), dies eine andere Sache wäre.

Die Petenten fochten außerdem die Entscheidung der Behörde an, das Kastrieren von Schweinen, Pferden und Kälbern, das Schnabelkürzen bei Hühnern und Truthähnen und das Zehenbeschneiden bei Truthähnen zu erlauben. Die Petenten machten geltend, dass diese Prozeduren nur notwendig seien, weil Tiere unter den Bedingungen der Massentierhaltung gehalten würden, und dass diese Prozeduren außerdem ohne Betäubung durchgeführt würden.

Das Gericht lehnte es ab, die Bedingungen der Haltung zu untersuchen, und befand:
Obwohl es andere Managementtechniken gibt, welche die gewünschten Resultate erzielen mögen, ohne diese besonderen Methoden anzuwenden, stützen hinreichend zuverlässige Belege in den Akten die Schlussfolgerung der Behörde, dass diese Techniken in einer humanen Weise ausgeführt werden können und erlaubt sein sollten.
Als Problem erkannte das Gericht einzig, dass die Behörde verlangt, dass diese Prozeduren ''von einer sachkundigen Person in einer hygienischen Art und Weise und so auszuführen sind, dass Schmerz minimiert wird.'' Das Gericht befand, dass diese Regelung zu vage sei und dass die Behörde etwas genauer anzugeben habe, was eine ''sachkundige Person'', was eine ''hygienische Art und Weise'' sei und wie die Prozeduren so ausgeführt werden sollten, ''dass Schmerz minimiert wird''. Das Gericht wies darauf hin, dass die Behörde bestimmen könne, dass die Vorteile jener Prozeduren allen Schmerz der Tiere überwögen und dass sie in einem bestimmten Alter oder mit einem bestimmten Instrument auszuführen seien. Einzig erforderlich sei, dass die Behörde irgendeine Norm übernehme.

Die Petenten fochten den Kastenstand für Schweine und Kälber an. Das Gericht verwarf die Anfechtung und bestätigte die Entscheidung der Behörde, diese Haltungsformen zu erlauben.

Abschließend machte das Gericht klar, dass es keine Praktik verbieten werde.
Wir sind mit Bestimmtheit zu dem Schluss gekommen, dass die ''landwirtschaftlichen Routinepraktiken'' und die Sicheren Häfen ''von einer sachkundigen Person und so auszuführen, dass Schmerz minimiert wird'' nicht so, wie sie geschrieben stehen, anerkannt werden können, aber keiner dieser Beschlüsse bewirkt ein Verbot irgendeiner dieser bestimmten Praktiken.
Deshalb: Obwohl Landwirte sich nicht auf die Sicheren Häfen in den Regelungen verlassen können, die sie wirksam gegen Strafverfolgung bei Rechtsbruch abschirmen würden, können sie weitermachen wie zuvor, und es liegt bei der Vollzugsbehörde in New Jersey, ob sie jene Praktiken als die Tierschutzgesetze verletzend anfechten wird. In der Zwischenzeit kann das Landwirtschaftsministerium, wenn es das auf die Reihe bringt und den minimalen Aufwand betreibt, den das Gericht verlangt, seine ''landwirtschaftlichen Routinepraktiken'' und Sicheren Häfen ''von einer sachkundigen Person und so auszuführen, dass Schmerz minimiert wird'' wiedereinsetzen, und Landwirte werden gegen jede rechtlichen Anfechtung abgeschirmt sein.

Im Jahr 1996 verlangte die Gesetzgebung in New Jersey, dass es Regelungen geben müsse, um die ''humane'' Behandlung von Tieren, die für Nahrungszwecke genutzt werden, zu gewährleisten. Die Entscheidung des Obersten Bundesgerichts New Jersey im Jahr 2008 demonstriert, wie wenig getan werden muss, um der Forderung von 1996 Genüge zu tun. In der Tat ist diese Entscheidung nichts anderes als ein dem Landwirtschaftsministerium vom Gericht gelieferter Fahrplan, der ersterem hilft, Regelungen zu ersinnen, die sicherstellen, dass die 1996er Normen so wenig wie möglich bedeuten. Jegliche Vorstellung, diese Entscheidung sei ''monumental'' oder repräsentiere einen ''rechtlichen Präzedenzfall für weitere Schritte, um die krassesten Missbräuche in Massentierhaltungsbetrieben überall in den USA zu beenden'', ist, meiner Ansicht nach, überaus nachsichtig als äußerst übertrieben charakterisiert.

Gary L. Francione
© 2008 Gary L. Francione

Partner in Sachen Ausbeutung

von Gary L. Francione Blog

Liebe KollegInnen,

Die Gesellschaft sich wohler bei der Ausbeutung von Tieren fühlen zu lassen und den Konsum [von Tierprodukten] zu fördern sind in den meisten Fällen das ausdrückliche Ziel von Tierschutzkampagnen und -organisationen.

Zum Beispiel sind viele der großen Tierschutzgruppen in den Vereinigten Staaten und Großbritannien an der Förderung von Etikettierungsprogrammen beteiligt, die das Fleisch oder die Produkte von Tieren mit einem Stempel der Billigung versehen. Zum Beispiel bewerben Humane Farm Animal Care (HFAC) und seine Partnerorganisationen HSUS [Humane Society of the United States], die American Society for the Prevention of Cruelty to Animals [ASPCA], Animal People [AP], die World Society for the Protection of Animals [WSPA] und andere das ''Certified Humane Raised & Handled''-Label [Zertifiziert human aufgezogen und behandelt], das HFAC als ''ein Zertifizierungs- und Etikettierungsprogramm für Konsumenten'' beschreibt, welches bezweckt, Konsumenten die Sicherheit zu geben, dass ein etikettiertes ''Ei, Milch-, Fleisch- oder Geflügelprodukt mit dem Wohlergehen des Tieres im Sinn produziert worden ist.''

HFAC betont, dass ''Stress bei Nutztieren die Fleischqualität... und allgemeine Gesundheit [des Tieres] beeinträchtigen kann'', und dass das Label ''allen Seiten Gewinn bringt, Einzelhändlern und Restaurants, Produzenten und Konsumenten. Für Landwirte bedeutet der Gewinn, dass sie eine Abgrenzung [von der Konkurrenz] erreichen, ihren Marktanteil und die Rentabilität ihres Betriebs mit der Wahl zukunftsfähigerer Praktiken erhöhen können.'' Einzelhändler gewinnen ebenfalls, weil ''Natur- und Bio-Lebensmittel zu den am schnellsten wachsenden Sparten des Lebensmittelhandels in den letzten Jahren (gehören). Jetzt können Lebensmittelhändler, Einzelhändler, Restaurants, Speiseserviceunternehmer und Produzenten aus den Verkaufs- und Profitmöglichkeiten mit Certified-Humane-&-Handled Nutzen ziehen.''
Die Humane Society International [HSI], ein Arm von HSUS, hat ein ''Humane Choice''-Label [Humane Wahl] in Australien auf den Markt gebracht, das, wie die Organisation behauptet, ''dem Konsumenten garantiert, dass das Tier von der Geburt an bis zum Tod mit Respekt und Fürsorge behandelt worden ist.'' Ein Produkt, das das ''Humane Choice''-Label trägt, gibt dem Konsumenten über Folgendes Gewissheit:
[D]as Tier hatte das beste Leben und den besten Tod, der einem Nutztier geboten wird. Sie [die Tiere] leben ihr Leben im Wesentlichen so, wie sie es auf Old Mc Donalds Farm getan hätten; ihnen wird gestattet, ihre Verhaltensbedürfnisse zu befriedigen, sich unangebunden und uneingesperrt zu bewegen und nach Futter zu suchen, mit freiem Zugang nach draußen, Schatten, wenn es heiß ist, einem Unterstand, wenn es kalt ist, mit gutem Futter und einem humanen Tod.
Whole Foods Market Inc., eine Supermarktkette in den Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien, der PETA einen Preis als Best Animal-Friendly Retailer [Tierfreundlichster Einzelhändler] verliehen hat, behauptet, ''mit unseren kenntnisreichen und leidenschaftlichen Fleisch- und Geflügellieferanten ebenso wie mit vorausschauenden Experten in der Sache humaner Behandlung von Tieren'' zusammenzuarbeiten, um ''nicht nur die Qualität und Sicherheit des Fleisches, das wir verkaufen, zu erhöhen, sondern auch humane Lebensbedingungen für die Tiere zu unterstützen.'' Whole Foods behauptet ebenfalls, dass ''artgerechte Normen des Mitgefühls für Tiere (species-specific Animal Compassionate Standards), die Umwelten und Bedingungen erfordern, welche die körperlichen, emotionalen und Verhaltensbedürfnisse der Tiere unterstützen, gegenwärtig entwickelt werden. Produzenten, die diese freiwilligen Normen erfüllen, können ihre Produkte mit der speziellen 'Animal Compassionate'-Kennzeichnung etikettieren.'' Peter Singer, PETA und andere Tierschutzorganisationen haben die “Animal Compassionate Standards” enthusiastisch befürwortet.

Die RSPCA [Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals] in Großbritannien betreibt das ''Freedom Food''-Label'', das ''Etikettierungs- und Sicherheitssystem für Lebensmittel, eingeführt von der RSPCA, einer der führenden Tierschutzorganisationen der Welt. Das Programm ist eine eigenständige Wohlfahrtseinrichtung, gegründet 1994, um das Wohlergehen von Nutztieren zu verbessern und Konsumenten die Wahlmöglichkeit höheren Tierschutzes zu bieten.'' Die RSPCA bietet ''Zertifizierung für Landwirte, Frachtunternehmer, Schlachthäuser, Verarbeitungs- und Verpackungsbetriebe, und das Programm erkennt gut geführte, landwirtschaftliche Bio-, Freiland- sowie Stallhaltungsbetriebe an.''

Das Freedom-Food-Label ''gibt Konsumenten die Sicherheit, dass das Programm von der RSPCA, einer der anerkanntesten Tierschutzorganisationen der Welt, mitgetragen wird''. Die RSPCA weist darauf hin, dass Konsumenten ''durch die Wahl von Produkten mit dem Freedom-Food-Logo' zeigen können, dass sie die Verbesserung des Wohlergehens von Nutztieren und höhere Tierschutzstandards unterstützen. Produzenten können ihre Tierprodukte höherwertig machen, denn das Freedom-Food-Label ''grenzt Ihr Produkt [von dem der Konkurrenz] ab und kann Ihnen einen Konkurrenzvorsprung geben. Das Auszeichnen [der Ware] mit dem Freedom-Food-Logos macht es für Konsumenten möglich, Ihre Produkte als höheren Tierschutz zu identifizieren.'' Produzenten ziehen außerdem Nutzen aus höheren Gewinnspannen, der Entwicklung einer ''Nische'' für Produkte mit ''höheren Tierschutzstandards'', die es ihnen erlauben, ''den Zielmarkt... zu erweitern'', und aus der ''Assoziation mit der RSPCA, einer der bekanntesten Tierschutz-Wohlfahrtseinrichtung der Welt.'' Darüber hinaus ''(können) Produzenten Glaubwürdigkeit innerhalb der Versorgungskette'' und andere wirtschaftliche Vorteile erlangen, einschließlich einer durch die RSPCA vermitteltem billigeren Versicherung.

Und die RSPCA hilft Produzenten sogar, ihr Tierfleisch und ihre anderen Tierprodukte zu vermarkten. ''Wir verwenden eine Vielfalt von Marketinginstrumenten, einschließlich Inseraten, PR, Websites, Ausstellungen, Repräsentativbefragung und Werbeaktionen im Laden. Auch arbeiten wir eng mit überregionalen Einzelhändlern zusammen, um gemeinsame Werbeaktivitäten zu entwickeln, unternehmen gemeinsame Kampagnen mit der RSPCA und bieten unseren Mitgliedern Unterstützung im Marketing.''

Meiner Meinung nach ist es klar, dass die großen Tierschutzkörperschaften Partner der Industrie zur Förderung des Konsums von Tierprodukten geworden sind.

Dieses Thema wird in meinem in Kürze bei Columbia University Press erscheinenden Buch The Animal Rights Debate: Abolition or Regulation?, das ich zusammen mit Professor Robert Garner verfasst habe, diskutiert und debattiert.

Und vergessen Sie nicht: DIE WELT IST VEGAN! Wenn Du es willst.

Gary L. Francione
©2010 Gary L. Francione

Der große 'Sieg' des Neuen Tierschutzes

von Gary L. Francione  Blog

Liebe KollegInnen,

in meinem Werk habe ich mich dafür ausgesprochen, dass Anwälte der Tiere ihre Zeit und Mittel nicht für Einzelthema-Kampagnen (singe-issue campaigns) verwenden sollten, weil es keine realistische Hoffnung auf eine Gesetzgebung geben kann, die tierliche Interessen durch das Verbot verschiedener Formen der Tierausbeutung in nennenswerter Weise schützt, solange es keine politische Basis für die Abschaffung der Tierausbeutung gibt. Die Neuen Tierschützer, die Einzelthema-Kampagnen befürworten und mit der Notwendigkeit des vegan-abolitionistischen Ansatzes nicht übereinstimmen, verweisen oft auf das britische 'Verbot' der Fuchsjagd mit Hunden als Paradebeispiel dafür, wie die Regulierung des Tierschutzes tierliche Interessen wirksam schützen kann.

Ich bin der Meinung, dass sich die Befürworter des Neuen Tierschutzes im Irrtum befinden.

Das 'Verbot' der Fuchsjagd ist ein klassisches Beispiel für die Nutzlosigkeit von Einezlthema-Kampagnen.

Das 'Verbot' untersagt vermeintlich die Verwendung von Hunden beim Jagen von Füchsen, aber es erlaubt Jägern, Hunde dazz zu verwenden, einer Witterung zu folgen und den Fuchs aufzuscheuchen. Es ist legal, dass Jäger den durch Hunde aufgescheuchten Fuchs (oder ein anderes Wild) erschießen oder einen Falken dazu verwenden, das Tier zu töten. Befürworter der Jagd verhöhnen das Gesetz und ermuntern dazu, alle Lücken auszunutzen, mit dem Ergebnis, dass mehr Füchse getötet werden, als vor dem 'Verbot'.

Die BBC [British Broadcasting Corporation] berichtet, dass vier Jahre, nachdem das Gesetz in Kraft trat,
[n]icht eine einzige Jagdgesellschaft den Betrieb eingestellt (hat); es gibt doppelt so viele registrierte Jagdhunde als vor drei Jahren und die Zahl derjenigen, die die Jagd ausüben, ist – laut Jagdverband – um 11 % gestiegen.

Mit den Konservativen vor Labour in den Meinungsumfragen und dem Versprechen einer freien Abstimmung über das Jagdgesetz, wenn sie die nächste Wahl gewinnen, ist die Aufhebung nun eher eine Wahrscheinlichkeit als eine Möglichkeit, sagen Jagdbefürworter.
Es ist offenkundig, dass das 'Verbot' der Fuchsjagd alles andere als ein Verbot ist; es ist ein klassisches Beispiel für die Sinnlosigkeit von Einzelthema-Tierschutzreformen.

Das Problem der Tierausbeutung verlangt einen Paradigmenwechsel. Dieser Wechsel muss mit kreativer, gewaltloser Aufklärung über Veganismus beginnen.

Gary L. Francione
© 2009 Gary L. Francione

PETA und KFC: ''keine Meinungsverschiedenheiten darüber, wie Tiere behandelt werden sollten''

vpm Gary L. Francione  Blog

Die Anthropologin Margaret Mead sagte einmal: "Zweifeln Sie niemals daran, dass eine kleine Gruppe umsichtiger, engagierter Bürger die Welt verändern kann. Tatsächlich ist dies das einzige, was die Welt jemals verändert hat."

People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) beruft sich auf Meads Zitat, um sich und seine Unterstützer auf die Tierschutz-Schulter zu klopfen für ihr Abkommen mit der kanadischen Abteilung von Kentucky Fried Chicken, wonach KFC zusagt, ''100 Prozent seiner Hühner – durch ein Programm stufenweiser Einführung – von Zulieferern einzukaufen, die 'Tötung in kontrollierter Atmosphäre' [controlled atmosphere killing] (CAK)anwenden, die am wenigsten grausame verfügbare Methode der Geflügelschlachtung. CAK funktioniert so, dass Sauerstoff mit einem Gemisch von ungiftigen Edelgasen ausgetauscht wird, um sie [die Hühner]'sanft einzuschläfern.'''

Zusätzlich hat KFC zugesagt, der Speisekarte in 65% seiner Filialen in Kanada etwas hinzuzufügen, das PETA als eine ''völlig grausamkeitsfreie Option'' beschreibt: ein Pflanzenfleisch-Huhnsandwich, das mit nichtveganer Mayonnaise serviert wird. Darüber hinaus hat KFC zugestimmt, ''die Kriterien seiner Tierschutzprüfung zu verbessern, um die Zahl der Knochenbrüche und anderen von den Vögeln erlittenen Verletzungen zu reduzieren'', seine Zulieferer dazu zu drängen (aber nicht von ihnen zu verlangen), weitere Tierschutzverbesserungen vorzunehmen und einen Tierschutzrat zu bilden. Und PETA wird gestärkt: KFC wird ''PETA erlauben, seine Tierschutz-Prüfungsformulare alle sechs Monate zu inspizieren.''

PETA, ''außer sich vor Freude, zu verkünden'', was der Verein als einen ''historischen neuen Tierschutzplan'', als einen ''enormen Sieg'' und ''gewaltigen Sieg'' charakterisiert, hat seinen Boykott von KFC Kanada offiziell beendet. Aber PETA warnt, dass ''die Grausamkeit in anderen Nationen weitergeht.''

Die arme Margaret Mead muss sich in ihrem Grab nicht bloß herumdrehen, sie muss mit hoher Geschwindigkeit rotieren.

Das PETA/KFC Abkommen ist ein Bilderbuchbeispiel für das Scheitern von Tierschutzreformen.

Überlegen Sie Folgendes: Zunächst ist es, dies einen ''Sieg'' für Tiere zu nennen, der Gipfel der Ironie. Ganz bestimmt ist dieses Abkommen ein ''Sieg''. Aber es ist ein Sieg für die kanadische Geflügelindustrie, die sich tatsächlich größerer Effizienz der Produktion und höherer Profite erfreuen wird.

In seiner Analyse des Tötens in kontrollierter Atmosphäre vs. elektrischer Immobiliserung, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen spricht PETA sich für das Vergasen oder ''Töten [von Hühnern] in kontrollierter Atmosphäre (CAK)'' aus und macht geltend, dass die Schlachtmethode der elektrischen Betäubung ''die Produktqualität und den Ertrag senkt'', weil die Vögel Knochenbrüche erleiden und das Verfahren zu Verunreinigungen führt, die gefährlich für die menschliche Gesundheit sind. Die elektrische Betäubungsmethode ''erhöht die Arbeitskosten'' außerdem in verschiedener Weise: PETA argumentiert, dass ''CAK die Produktqualität und den Ertrag steigert'', weil Knochenbrüche, Quetschungen und Blutungen angeblich ausgeschlossen sind, Verunreinigungen reduziert werden, die ''Haltbarkeit des Fleisches'' erhöht und ''zarteres Brustfleisch'' produziert wird. PETA behauptet ebenfalls, dass ''CAK die Arbeitskosten senkt'' durch das verminderte Erfordernis bestimmter Inspektionen, geringere Unfallhäufigkeit und sinkende Fluktuation der Angestellten. CAK bietet ''weitere wirtschaftliche Vorteile'' für die Geflügelindustrie, indem das Verfahren Produzenten erlaubt, Geld bei Energiekosten und durch die Reduzierung von Abfallprodukten und des Wasserverbrauchs zu sparen.

Diese Analyse stimmt mit der von der Humane Society of the United States (HSUS)vorgelegten überein, in der diese eine beträchtliche Menge Daten analysiert hat und zu dem Schluss kommt:
CAK führt zu Kosteneinsparungen und steigenden Einkünften durch den Rückgang der Herunterstufung des Schlachtkörpers, von Verunreinigungen und Kühlungskosten, durch Steigerung der Erträge, Qualität und Haltbarkeit des Fleisches sowie Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ohne das Anschlingen lebender Tiere und elektrische Betäubung führt CAK zu weniger Knochenbrüchen und weniger Quetschungen und Blutungen. Die Reduzierung von Mängeln des Schlachtkörpers erhöht den Ertrag des Ausbeinens und die Qualität des ausgebeinten Fleisches. Es hat sich gezeigt, dass CAK Quetschungen um bis zu 94 Prozent und Knochenfrakturen um bis zu 80 Prozent reduziert. Konservativ geschätzt, würde, bei einer Ertragssteigerung um 1 Prozent durch CAK, ein Schlachtbetrieb, der wöchentlich 1 Million Masthähnchen mit einem aufbereiteten Schlachtgewicht von 4, 5 Pfund und einem Großhandelspreis von $ 0, 80 pro Pfund verarbeitet, seine jährlichen Einkünfte nach Einführung von CAK um $ 1,87 Millionen erhöhen.(Zitate ausgelassen)
Und die Industrie stimmt zu. Laut PETAs Befürwortung von CAK durch Geflügelproduzenten hat die Geflügelindustrie weitgehend erkannt, dass CAK unterm Strich günstiger für sie ist:
''Brandons hat nicht nur von besserer Fleischqualität und Tierschutzverbesserungen profitiert. Die Vorteile haben sich durchgehend im Betrieb gezeigt... [Es gab] eine 50prozentige Reduzierung in den Personalkosten für das Anhängen an die Schlachtlinie. Die Bandgeschwindigkeit hat sich [um 20%] erhöht... Der Ertrag ist um bis zu 1,5% heraufgegangen.''
-- Fallstudie betreffend Brandons Plc [public limited company = GmbH] von Anglia Autoflow
''Am Truthahn-Fließband platziert jeder Aufhänger [mit dem Anhängen der Vögel an die Schlachtlinie befasste Person] 7,66 Vögel pro Minute in den Anschlingketten... verglichen mit 5, 123 Vögeln in einer US-Fabrik. Dies erbringt eine Verbesserung in Pfund pro Arbeitsstunde um fast 50%, weil die Aufhänger die Vögel nicht per Hand aus den Käfigen nehmen müssen wie in einem traditionellen U.S.-Betrieb, in dem die Vögel lebend aufgehängt werden.''
— Watt Poultry USA, Artikel betreffend Amadori, Februar 2006
''Etwa 140.000 Broiler werden täglich im Flixton-Werk verarbeitet. Ein Funktionär der Firma sagte, dass CAS [controlled atmosphere stunning: Betäubung in kontrollierter Atmosphäre] eingeführt wurde, um den Tierschutz und die Ergonomie der Arbeiter zu verbessern. Als Nebeneffekt läuft das Band im Betrieb schneller als vorher. Flixton verarbeitete nur 110.000 Vögel vor der Einführung von CAS.''
—Artikel in Watt Poultry USA, Februar 2006
'''Es gibt weniger Schneiden und Zurichten am Band, weil viel weniger Flecken und andere Beschädigungen auftreten, die von elektrischer Betäubung herrühren können', sagt Henny Kuypers, Produktionsmanager der Pingo Poultry Fabrik ... Gas-Betäubung erlaubt es [der Firma], ein zarteres Produkt [in] nur drei Stunden zu erzeugen [gegenüber] bis zu 12 Stunden oder sogar 24 Stunden. 'Dieser unterschiedlich lange Reifungsprozess hatte auch die Gleichförmigkeit des Produkts beeinträchtigt', erklärt Kuypers.''
—”CAS-ting Call,” Magazin der Geflügelwirtschaft, Oktober 2006
''Wir fangen an, die Verbesserungen in Ertrag und Arbeitsleistung zu quantifizieren, aber optisch sehen wir bereits die Vorteile an den Flügeln, dem Flügelfleisch und dem Brustfleisch.''
—Dale Hart, Generalmanager von Cooper Farms
''Das CAS-System verbessert die Umgebung für die Arbeiter im Empfangsbereich [Bereich, in dem die lebenden Tiere empfangen werden], verbessert die Ergonomie für das Aufhängen lebender Truthähne und vermindert die Beschädigung der Schlachtkörper.''
—Watt Poultry USA, Artikel betreffend Cooper Farms, November 2006
''Amadori war an CAS interessiert, weil das Unternehmen die Ergonomie für das Aufhängen lebender Tiere, den Tierschutz, die Arbeitseffizienz und die Fleischqualität verbessern wollte. CAS hat Verbesserungen in jedem dieser Bereiche gebracht.''
—Artikel in Watt Poultry USA, Februar 2006
''Das Einrichten von Betäubung durch Gas hat die Herunterstufungen aufgrund von Blutungen und Knochenfrakturen merklich reduziert und Farbe und Struktur der Filets verbessert, verglichen mit der früheren Betäubung mit einer Wechselstrom-Wasserbadanlage. Wie in EU-Fabrikanlagen kann MBA Poultry die [Einführung der] Betäubung durch Gas rechtfertigen, basierend auf dem Anteil am zunehmenden Erlös, der das zusätzlich aufgewendete Kapital und die Betriebskosten mehr als wettmacht. ''
--''Die Zukunft des Betäubens durch Gas'' in Watt Poultry USA, April 2005
''Die Fleischqualität hat sich mit der Verwendung von CAS verbessert und es gibt weniger Blut im Brust- und Schenkelfleisch. Das Entbluten des Schlachtkörpers wird durch die Umstellung von elektrischer Betäubung auf CAS nicht beeinträchtigt.''
—Watt Poultry USA, Artikel betreffend Le Clezio, Februar 2006
''Während wir versuchen, beim Verarbeiten von 11.000 Vögeln pro Stunde den Ertrag zu maximieren, müssen wir ebenso darauf achten sicherzustellen, dass das Fleisch ungezeichnet ist. CAS hat zu sehr hohen Standards in dieser Hinsicht geführt. .. Es bestehen [außerdem] bessere Arbeitsbedingungen für das Team.''
—Richard Wenneker von Emsland Frischgeflügel
''Die Fleischqualität hat sich dramatisch verbessert, es gibt keine Blutergüsse und infolge dessen ist ein Zurichten nicht erforderlich. Dies hat bemerkenswerte Gewinne in der Steigerung des Ertrags gebracht. Der Arbeitsgang des Ausschneidens beschäftigt nun weniger Leute als direktes Ergebnis der Vorteile von... CAS.'' —Fallstudie betreffend Prior Norge von Anglia Autoflow
Erstens senkt CAK also die Produktionskosten und die Schlachthäuser, die KFC Kanada beliefern, hätten aller Wahrscheinlichkeit nach aus wirtschaftlichen Gründen sowieso auf CAK umgestellt. In der Tat ist dies der Modus Operandi der modernen Bewegung für Tiere: Identifiziere Praktiken, die wirtschaftlich nicht effizient und ohnehin im Prozess ihrer Veränderung durch die Industrie sind; lanciere eine Kampagne, um das zu bewirken, was im natürlichen Gang der Dinge geschähe, verkünde Sieg und sammle Spenden. Das genau ist es, was hier geschieht.

Zweitens hat PETA KFC nicht weniger als einen Public-Relations-Coup geliefert. PETA hat seinen Boykott von KFC Kanada beendet und behauptet, seine Kampagnen gegen KFCs Grausamkeit in Kanada gewonnen zu haben, obwohl ''die Grausamkeit in anderen Nationen weitergeht'', der Öffentlichkeit somit signalisierend, dass jene, die um Tiere besorgt sind, mit PETAs Segen wieder bei KFC essen gehen können. In der Tat sind PETA und KFC nun in einem öffentlichen Fest der Liebe begriffen. PETA behauptet, dass KFC jetzt ''[die Hühner] sanft ... einschläfern wird.'' Laut dem Artikel im Toronto Star hat der Präsident von KFC Kanada, Steve Lanford, festgestellt, dass, als er sich mit PETA erst einmal an einen Tisch gesetzt hatte, ''wir herausfanden, dass es keine Meinungsverschiedenheit darüber gab, wie Tiere behandelt werden sollten.'' Matt Prescott von PETA stellte fest, er glaube, ''dass KFC in Kanada um Tierschutz echt besorgt ist.'' Prescott fügte hinzu, dass ''[a]lles, was wir wollen, ist, dass KFC weltweit das Gleiche tut, was KFC in Kanada getan hat.'' Von Lanford wird berichtet, er sei ''erfreut über das Abkommen''. Ich wette, dass er es ist. An seiner Stelle wäre ich auch erfreut. Er hat nichts verloren und PETA als unbezahlte Werbeagentur gewonnen.

Drittens: KFC erweitert seine Produktlinie, indem das Unternehmen ein neues, PETA-geprüftes, ''völlig grausamkeitsfreies'' Pflanzenfleisch-Hunhsandwich anbieten wird, welches zusammen mit KFCs Fleischprodukten verarbeitet und mit nichtveganer Mayonnaise zubereitet wird (sofern der Kunde nicht darum bittet, diese wegzulassen). Also wird KFC eine nichtvegane, von PETA unterstützte Option haben. Menschen können nun ''Aktivisten für Tiere'' sein, indem sie ein nichtveganes Produkt bei KFC essen und mehr Geld in die Taschen eines Unternehmens stecken, das Tod verkauft. Aber dieses Verhalten hat Tradition.

In einem Artikel vom Dezember 2006 über Dan Matthews von PETA gehen Matthews und der Autor zum Essen zu McDonald's und der Autor fragt, ob es okay sei, wenn er einen Cheeseburger bestelle. Matthews wird mit der Antwort zitiert: '''Bestellen Sie, was Sie wollen'... 'Die Hälfte unserer Mitglieder ist Vegetarier und die andere Hälfte hält es für eine gute Idee.''' Einmal beiseite lassend, dass Matthews bei McDonald's isst, den Reporter dazu auffordert, zu bestellen, was er wolle, und ohne erkennbare Betroffenheit verkündet, dass nur die Hälfte von PETAs Mitgliedern ''Vegetarier'' ist (geschweige Veganer), Matthews selbst isst ein Produkt – den ''Veggie''burger –, von dem nicht einmal McDonald's behauptet, dass es vegetarisch ist, angesichts des Umstands, dass er auf demselben Grill wie die Fleischprodukte zubereitet und zusammen mit Tierprodukten verarbeitet wird.

Und das Abkommen ist ein Sieg für die Organisation PETA, die vor langer Zeit den Tierrechtsansatz zugunsten des Verfolgens größeren Ruhms und des Umfangs ihrer Spendengelder aufgegeben hat. Es geht nur um PETA. Die Tiere sind schlicht nebensächlich. Der KFC/PETA–''Deal'' demonstriert dramatisch, was am Tierschutz verkehrt ist. Diese Kampagnen... leisten ..absolut nichts, um das Eigentumsparadigma zu ändern. Im Gegenteil verstärkt der Tierschutz-Ansatz den Status von Tieren als nichts anderes denn Wirtschaftsgüter. Und er lässt die Menschen sich bei der Ausbeutung von Tieren wohler fühlen. Darüber hinaus repräsentieren solche Kampagnen symbolische Beziehungen zwischen der Tierindustrie und der Bewegung für Tiere.

In dem Maß, in dem diese Situation die Wahrheit von Margaret Meads Beobachtung veranschaulicht, tut sie dies, indem sie uns daran erinnert, dass eine kleine Gruppe von Menschen eine tiefgreifend widrige Wirkung auf sozialen Fortschritt haben kann. Viele Menschen sind beunruhigt über die ethische Frage der Nutzung von Tieren. Aber solange die großen, sogenannten ''Tierrechtsorganisationen'' ihnen erzählen, dass sie ihre moralischen Verpflichtungen dadurch erfüllen können, bei KFC und an ähnlichen Orten zu essen (denken Sie daran, dass PETA ähnliche ''Deals'' mit McDonald's und Burger King hatte), wird der Status Quo fortdauern und der einzige Fortschritt, den wir sehen werden, ist der Zuwachs auf PETAs Bankkonto.

Gary L. Francione
© 2008 Gary L. Francione